Jugend in Aktion – grenzenlos! Michaelshof - Hilders

Intensive und inspirierende Erlebnisse bewegen oft eine Menge. So auch die Initialzündung des Projekts „Jugend in Aktion“ der Gemeinschaftsunterkunft Michaelshof in Hilders, unweit von Fulda: Acht Jugendliche im Alter von 17 – 27 Jahren aus Afghanistan, Syrien, Pakistan, Algerien und Deutschland nahmen im September 2016 an einem Jugendaustausch in Münster teil. Thema des Austauschs waren die weltweiten Fluchtrealitäten und die Auswirkungen auf junge Menschen sowie die Situation von jungen Geflüchteten in den Zufluchtsländern.

Die intensiven Erlebnisse ermutigten die jungen Menschen im Fuldaer Raum, Aktionen mit anderen Flüchtlingen und einheimischen Jugendlichen zu starten. Mit Mitteln aus „Die Mischung macht‘s“ wurden zunächst die jährlich stattfindenden Ferienspiele geplant. Unterschied zu den vorherigen Jahren war die größere finanzielle Unterstützung und das große Engagement der acht jungen Menschen. An den vielfältigen Aktivitäten wie Puppenspiel, Theater, Zauberei und vielem mehr haben sowohl Bewohner*innen der Gemeinschaftsunterkunft und anderer Flüchtlingsunterkünfte, als auch einheimische Kinder und Jugendliche aus der unmittelbaren Region teilgenommen. So trafen 19 Einheimische auf selbstverständliche Art auf 30 Flüchtlingskinder und konnten so gemeinsame Tage verbringen und sich in Aktion und Spiel kennenlernen. Als großer Abschluss der Ferienspieltage wurde eine Kinder-Modenschau unter der Anleitung von Student*innen einer Hochschule abgehalten. Darüber hinaus hat das Orga-Team aus dem von Bernhard Bormann geleiteten Michaelshof eine große Weihnachtsfeier im Haus geplant und organisiert. Ziel war es, den Bewohner*innen die Tradition des christlichen Weihnachtsfests näherzubringen. Hierzu kamen die Organisatoren auf die Idee, ein Krippenspiel im modernen Rahmen aufzuführen. Unter Zuhilfenahme einer professionellen Bühnenbildnerin probten die Flüchtlinge ein Stück ein, das es in sich hatte: In der Handlung wurde die aktuelle Flüchtlingsproblematik mit der traditionellen Weihnachtsgeschichte verwoben: Josef und Maria begegnen auf ihrem Weg Menschen, die sich als Flüchtlinge auf der berüchtigten Balkanroute befinden. Die Aufführung fand schließlich im Dezember vor den Bewohner*innen und Einheimischen statt, begleitet von Musik, die eine Familie aus Hilders eingespielt hat. Federführenden Anteil an der reibungslosen Organisation der verschiedenen Aktivitäten hatte Arsalan Muhammad, Geflüchteter und Eventmanager, ein Beruf, den er in seiner Heimat für große Events bis zu seiner Flucht ausgeübt hat. Die acht jungen Menschen haben eine erstaunliche Leistung erbracht, geprägt von dem unbedingten Wunsch, mit deutschen Jugendlichen in Verbindung zu kommen und der Lust auf das Kennenlernen der deutschen Mentalität und Kultur und des hiesigen Schul- und Ausbildungssystems. Insofern stellt dieses Projekt eine Besonderheit dar, als dass die Initiative und komplette Durchführung eines Projekts direkt von den Flüchtlingen ausging. Viel mehr Integration geht nicht.

Termine

Di, 07.02.23 Pastoral AG in digital
Mi, 08.02.23 - Fr, 10.02.23 Exklusiv für Hauptamtliche, Hauptberufliche und geistliche Leiter* innen in Essen
Fr, 10.03.23 - So, 12.03.23 Team Aktionskoordination (TAK) in Mannheim
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