Leitbild

Leitbild der CAJ Deutschland

Das ist die CAJ!

Jeder junge Mensch ist mehr wert als alles Gold der Erde, weil sie*er Kind Gottes ist. Mit dieser Überzeugung schließen sich junge Menschen in der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) zusammen. Die CAJ setzt sich für Gerechtigkeit, Menschenwürde und Solidarität ein. Sie ist Teil der Arbeiter*innen-Bewegung und eine internationale Bildungsbewegung. Junge Menschen lernen durch gemeinsame Aktionen. Sie gehen von ihren eigenen, vielfältigen Lebensrealitäten aus. Entscheidungen treffen sie demokratisch. Die Methode der CAJ ist „Sehen – Urteilen – Handeln“. Die Spiritualität der CAJ ist lebensnah, politisch und offen für alle, die unsere Werte teilen, unabhängig von ihrer Konfession.

Die CAJ ist Teil der Arbeiter*innen-Bewegung.

Wir sind überzeugt: Jeder junge Mensch ist mehr wert als alles Gold der Erde, weil sie*er Kind Gottes ist. Wir sind Arbeiter*innen. Unser Arbeiter*innen-Begriff umfasst viele Menschen, unabhängig von Herkunft und derzeitigen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Zum einen besitzen wir nicht so viel, dass wir nur von unserem Vermögen leben können. Zum Anderen sind wir auch davon abhängig, wie in unserer Gesellschaft produziert und konsumiert wird. Das schafft ungerechte und prekäre Lebens- sowie Arbeitsbedingungen. Alle diese Missstände lehnen wir ab. Deshalb kämpfen wir für eine klassenlose Gesellschaft ohne Ausbeutung. In dieser Gesellschaft wird Arbeit die Welt positiv gestalten. Somit stehen wir für eine tiefgreifende Veränderung von Gesellschaft und Politik, von Wirtschaft und Kultur. Dabei stehen Gerechtigkeit, Menschenwürde und Solidarität an erster Stelle.

Wir sehen uns deshalb als Teil der Arbeiter*innen-Bewegung: Wir schauen aus diesem Blickwinkel auf unsere Lebensrealitäten und auf die Gesellschaft. Das tun wir in dem Bewusstsein, Teil einer internationalen Bewegung zu sein.

Die CAJ ist eine Bildungsbewegung.

Wir glauben an die Fähigkeit der jungen Arbeiter*innen, die Welt und ihre Situation zu begreifen und zu verändern. Dabei sind wir überzeugt: Jede*r trägt Verantwortung für sich und andere. Es braucht stets den Einsatz der betroffenen jungen Menschen und niemand kann diesen ersetzen. Das ist der Grundstein unseres selbstgegebenen Bildungsauftrags.

Wir zeigen jungen Menschen, dass sie wertvoll und einzigartig sind und dass ihre Individualität genau richtig ist. Ihre unterschiedlichen Lebenshintergründe, Einstellungen und Persönlichkeiten schaffen eine Vielfalt, die gemeinsame Lern- und Erfahrungsräume ermöglicht. Die CAJ ist für uns eine Lebensschule, in der wir voneinander, miteinander und füreinander lernen. Wir reflektieren Lebensumstände und lernen, sie gemeinsam zu verändern. Daher heißt unser Bildungsansatz „Bildung durch Aktion“.

CAJler*innen sind wir über unsere Aktionen und Aktivitäten hinaus. Auch im Alltag begleiten uns unsere Ideen und Überzeugungen. Es ist uns ein Anliegen, diese in die Welt hinauszutragen und von der CAJ zu begeistern.

Die CAJ geht von vielfältigen Lebensrealitäten aus.

Wir gehen von den Lebensrealitäten der jungen Arbeiter*innen aus. Besonders haben wir hier die Lebensrealitäten im Blick, in denen Menschen ausgeschlossen, diskriminiert und ausgebeutet werden. Dadurch erkennen wir, dass ein Großteil unseres Lebens im Widerspruch zu unserer von Gott gegebenen Würde steht. Mit der Methode Sehen – Urteilen – Handeln bringen wir immer wieder unsere eigenen Erfahrungen mit unserer Gesellschaft und unseren Überzeugungen in Verbindung. Daraus ergeben sich unsere Anliegen für ein Leben in einer besseren Welt.

Eine wirkliche Veränderung schaffen wir nur, wenn wir uns in Aktionen zusammenschließen. Gemeinsam stehen wir für Gerechtigkeit und Solidarität ein und verändern so die Lebensrealitäten – nicht nur von uns selbst: Wir verbünden uns als Menschen mit all unseren Facetten und bringen uns mit ein. Wir überwinden dabei Trennungen, die in der Gesellschaft z.B. aufgrund der Bildungshintergründe, aufgrund der Herkunft oder aufgrund des Geschlechts existieren bestehen. Damit machen wir Gerechtigkeit, Menschenwürde und Solidarität schon jetzt in der CAJ erlebbar. Denn genau diese Freundschaft ist unserer Kraft.

Die CAJ ist autonom und demokratisch.

Wir sind eigenständig und haben unsere eigenen Methoden, Analysen und Forderungen. Damit bilden wir selbst unsere Meinungen. Aus unseren Überzeugungen heraus entwickeln wir Forderungen und Haltungen, mit denen wir ins Handeln gehen.

Wir tragen dafür Sorge, dass unsere finanziellen Mittel unserer inhaltlichen Autonomie dienen.

Wir organisieren uns eigenständig nach demokratischen Prinzipien. Wir leiten und verantworten unsere verbandliche Arbeit gemeinsam. Dabei sind die jungen Menschen selbst die Haupt-Akteur*innen in allem, was wir tun. Bundesweit organisieren wir uns in Diözesanverbänden, deren Unterschiedlichkeit, basierend auf den Lebensrealitäten vor Ort, eine Bereicherung für die CAJ insgesamt darstellt.

Wir nutzen Kooperationen zugunsten unserer Autonomie. Wir verbünden uns mit Mitstreiter*innen, um gesellschaftlich eine höhere Wirksamkeit zu erreichen. Diese Bündnisse prägen wir kritisch und konstruktiv mit unserem eigenen Profil.

Die CAJ hat eine eigene politische Spiritualität.

Für uns durchdringt unser Glaube alles, was wir tun. Unser Gründer Joseph Cardijn sagte: „Euer Leben ist für uns das fünfte Evangelium.“ Unser Traum von einer Welt voller Gerechtigkeit und Liebe entspricht der Botschaft von Jesus und dem Weg hin zum Reich Gottes. Wir sind berufen, eine andere Welt zu erkämpfen.

Unser gelebter Glaube findet sich immer mitten im Leben und in der Welt wieder. Unsere Gottesdienst-Feiern sind stets mit unseren Lebensrealitäten und der Aktion verbunden. Auch die Aktion ist für uns Gottesdienst. Sehen – Urteilen – Handeln –Feiern!

Unser Glaube offenbart sich im Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen. Unsere gemeinsamen Überzeugungen vereinen uns. Sie schaffen den Raum für eine gemeinsame Spiritualität. Wir laden junge Menschen ein, mit zu machen und in einen offenen Austausch einzutreten.

Wir leben unser Christentum bewusst kritisch und politisch, indem wir Gesellschaft und Kirche mitgestalten. Das bedeutet ebenso, dass wir uns in der katholischen Kirche einbringen, um dort für unsere Überzeugungen einzutreten.

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