Was bewegt junge Menschen heute wirklich? Wo drückt der Schuh bei der Arbeit, beim Wohnen oder in der Freizeit? Die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) Deutschland hat darauf nun eine klare Antwort gegeben und beim Bundeskongress in Mannheim den neuen Bundesaktionsplan 2026–2030 entwickelt der beim Leitungsrat 2025 in Passau verabschiedet wurde.
Die CAJ Passau war aktiv dabei, als es darum ging, die Ziele für die nächsten vier Jahre festzulegen. Unter dem Motto „Wir stehen auf für unsere Zukunft!“ wurden gemeinsam Schwerpunkte gesetzt: Mentale Gesundheit, bezahlbares Wohnen und eine gerechte Arbeitswelt stehen ganz oben auf der Liste.
Von der Lebensrealität zum Handeln
Der Aktionsplan basiert auf der bewährten CAJ-Methode „Sehen – Urteilen – Handeln“. Über ein Jahr lang wurden bundesweit „Testimonies“ – Berichte über die Lebensrealitäten junger Menschen – gesammelt, um die drängendsten Probleme zu identifizieren. „Wir gehen direkt von der Alltagssituation junger Arbeiter*innen und den Widersprüchen in unserer Gesellschaft aus“, so die Verantwortlichen. Die CAJ Passau hat an diesen Analysen intensiv mitgewirkt. Im Fokus des neuen Plans stehen fünf Kernbereiche, die auch die Arbeit in Passau prägen werden:
- Mentale Gesundheit: Der hohe Leistungsdruck in Schule und Beruf sowie Zukunftsängste belasten viele junge Menschen massiv.
- Arbeitswelt: Befristete Verträge, Fachkräftemangel und mangelnde Wertschätzung erschweren den Start ins Berufsleben.
- Finanzielle Absicherung: Steigende Kosten und niedrige Löhne, besonders in der Ausbildung, führen zu Unsicherheit.
- Wohnen und Mobilität: Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, und besonders im ländlichen Raum fehlt oft eine verlässliche Verkehrsanbindung.
- Soziales Miteinander: In einer zunehmend individualisierten Gesellschaft kämpft die CAJ für Solidarität und gegen Einsamkeit.
Vom Papier in die Praxis: Das Projekt „Arbeit – Checkst Du?“
„Ein Plan ist gut, aber wir wollen, dass man die Veränderung hier vor Ort spürt“, erklärt Matthias Reischl von der CAJ Passau. Deshalb haben wir den Bereich ‚Arbeitswelt‘ direkt aufgegriffen und das Projekt „Arbeit – Checkst Du?“ gestartet.
Hinter dem Namen steckt ein Filmwettbewerb, bei dem junge Menschen selbst zu Regisseuren werden. Sie zeigen in kurzen Clips, in denen sie selbstständig Berufe vorstellen, was sie von einer Ausbildung erwarten und was sie sich von diesem Beruf wünschen. „Wir setzen damit genau das um, was der Bundesaktionsplan fordert: Wir geben jungen Leuten eine Stimme und machen ihre Themen sichtbar“, so die CAJ Passau weiter.
Jeder Mensch ist mehr wert als Gold
Egal ob es um den Filmwettbewerb oder politische Forderungen gehe – über allem stehe für der christliche Grundsatz: „Jeder junge Mensch ist mehr wert als alles Gold der Erde, weil er oder sie Kind Gottes ist.“ Die CAJ will zeigen dass sie in Passau eine Gemeinschaft bildet, die zusammenhält und sich nicht mit dem Status Quo abfindet. Der Bundesaktionsplan sei der Kompass, und Projekte wie „Arbeit – Checkst Du?“ seien der Motor dafür, heißt es in der Pressemittielung.
Text: Franz Schlüsselhuber, Hauptamtlicher Diözesansekretär der CAJ Passau / pbp