Aufruf der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Deutschlands und der CAJ zum Tag der Arbeit am 1. Mai 2026
Uns gehört die Zeit – Zeitgerechtigkeit statt Demokratiegefährdung!
Wir erleben einen Angriff auf die hart erkämpften Rechte der Arbeitnehmer:innen. Der Sozialstaat soll geschleift, die soziale Sicherheit eingeschränkt und Löhne gesenkt werden. Der 8-Stunden-Tag wird frontal durch die Arbeitgeber angegriffen. Das Recht auf Teilzeit soll abgeschafft werden. Der Sonntag langfristig zu einem normalen Arbeitstag degradiert werden.
Dazu sagen wir in aller Deutlichkeit: NEIN! Der Schutz der Arbeitszeit ist eine hart erkämpfte Errungenschaft, die wir mit allen Mitteln verteidigen werden!
Die Krisen können nicht dadurch überwunden werden, dass die Lasten einseitig den Arbeitnehmer:innen und den sozial Benachteiligten in unserer Gesellschaft aufgebürdet werden, während die Arbeitgeber daraus ihren Profit schlagen und mit Unterstützung der Bundesregierung erreichte Standards aufgeben wollen. Dies beschädigt grundlegend die Demokratie!
Dazu sagen wir in aller Deutlichkeit: NEIN!
Der Angriff auf die Arbeitszeit ist ein Angriff auf die Lebenszeit! Er ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die Familie und Beruf jetzt schon unter prekären Bedingungen miteinander vereinbaren müssen. Wenn Arbeitstage im Zuge der Umstellung auf eine wöchentliche Maximalarbeitszeit von 12 und mehr Stunden normal werden, führt dies zu Überlastungen, einem erhöhten Unfallrisiko, Fremdbestimmung und zum Verlust gemeinsamer Zeit. Die von der Regierung angekündigte sogenannte „Reform des Arbeitszeitgesetzes“ kommt in Wahrheit dessen Abschaffung gleich. Von nun an entscheidet die Arbeitgeberseite nach Bedarf über die tägliche Höchstarbeitszeit.
Die von der Regierungskoalition vorgetragene Begründung, „im Sinne der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zu handeln, ist eine Farce und eine Täuschung von Menschen, die unter der Mehrfachbelastung von Job und Sorgearbeit leiden! In Wahrheit verlieren die Arbeitnehmer:innen das Recht auf die souveräne Mitgestaltung ihrer Arbeitszeit. Die Realität individueller Lebensgestaltungsmöglichkeiten gehört zu den Grundlagen unserer freiheitlichen Gesellschaft. Deren Beschädigung nimmt die Bundesregierung billigend in Kauf! Mehr Arbeitszeit bedeutet vor allem aber auch weniger Zeit für zivilgesellschaftliches und politisches Engagement. Auch dies gefährdet unsere Demokratie!
Dazu sagen wir in aller Deutlichkeit: NEIN!
Wir rufen alle Frauen und Männer der KAB und der CAJ auf, sich am 1. Mai an den Kundgebungen der Gewerkschaften zu beteiligen!
Uns gehört die Zeit – Zeitgerechtigkeit statt Demokratiegefährdung!
Die Katholische Arbeitnehmer- Bewegung ist ein katholischer Berufs- und Sozialverband, der sich seit über 175 Jahren für eine lebenswerte Arbeits- und Berufswelt einsetzt. Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit positioniert sie sich politisch, beteiligt sich an öffentlichen Debatten und setzt Impulse zur aktiven Gestaltung der Zukunft.