KAB fordert soziale Gerechtigkeit statt Generalverdacht
Köln, 3. Juli 2026: Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) zeigt sich positiv überrascht von der beim Koalitionsgipfel vereinbarten „Reichensteuer“. Für die KAB ist sie ein längst überfälliger Schritt zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Die KAB würdigt die Einsicht der Bundesregierung, endlich auch vermögende Menschen stärker für das Gemeinwohl in die Pflicht zu nehmen. „Wer mehr hat, muss auch mehr Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen. Dieses Signal ist begrüßenswert“, sagt die KAB-Bundesvorsitzende Sarah Prenger.
Gleichzeitig übt die KAB scharfe Kritik an den Plänen zur Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag. Sie sieht darin ein nicht zu rechtfertigendes Misstrauen gegenüber den Arbeitnehmenden, denen pauschal Unehrlichkeit bei Krankmeldungen unterstellt wird. Zudem befürchtet sie, dass die Regelung insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen oder wiederkehrenden Beschwerden unverhältnismäßig belastet. Mit sozialer Gerechtigkeit hat das aus Sicht der KAB wenig zu tun: Beschäftigte werden unter Generalverdacht gestellt, während ausgerechnet Menschen, die ohnehin gesundheitlich stärker belastet sind, zusätzlich unter Druck geraten. Als klaren Widerspruch zum angekündigten Bürokratieabbau bewertet die KAB diese Pläne ebenfalls.
Ebenso bemängelt die KAB die Aufweichung des Kündigungsschutzes. Die beschlossenen Reformen führen zu einer neuen Unsicherheit und werden auf Dauer immer Beschäftigte in prekären, will heißen auf Dauer nicht abgesicherten Arbeitsverträgen hervorbringen.
Große Sorgen bereiten der KAB zudem die geplanten Sonderregelungen für die Sonntagsarbeit in Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken. Die angekündigte Erhöhung der Zuschläge sei zwar grundsätzlich begrüßenswert, dennoch lehnt die KAB eine Ausweitung der Sonntagsarbeit ab. Auch dabei geht um soziale Gerechtigkeit: Gute Arbeitsbedingungen bedeuten nicht nur eine faire Bezahlung, sondern auch verlässliche Zeiten für Familie, Erholung und gesellschaftliches Engagement. „Der Sonntag ist mehr als ein Wirtschaftsfaktor. Er ist ein unverzichtbarer Tag für Familie, Erholung und gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betont KAB-Bundespräses Stefan-Bernhard Eirich.
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Die Katholische Arbeitnehmer- Bewegung ist ein katholischer Berufs- und Sozialverband, der sich seit über 175 Jahren für eine lebenswerte Arbeits- und Berufswelt einsetzt. Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit positioniert sie sich politisch, beteiligt sich an öffentlichen Debatten und setzt Impulse zur aktiven Gestaltung der Zukunft.