Die CAJ-Deutschland zu Gast in Passau – Leitungsrat 2017

Aus ganz Deutschland reisten die CAJler am Freitagabend in Passau an. Den weitesten Weg legten wohl die Delegierten aus der Diözese Osnabrück zurück, die über neun Stunden unterwegs waren. Denn in diesem Jahr fand der Leitungsrat - das höchste beschlussfassende Gremium der CAJ Deutschland - in der Dreiflüssestadt Passau statt. Gastgebender Verband war in diesem Jahr der CAJ Diözesanverband Passau. Für die Passauer CAJler*innen war es ein besonders Ereignis, den Leitungsrat ausrichten zu dürfen, der damit zum ersten Mal in der Geschichte der CAJ Deutschland in Passau tagte. Da traf es sich gut, dass der Jugendbischof Dr. Stefan Oster SDB auch gleichzeitig Bischof von Passau ist. Er feierte am Samstagabend gemeinsam mit den CAJler*innen Gottesdienst und nahm sich beim anschließenden Essen Zeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Beim Leitungsrat der CAJ Deutschland legen die Delegierten den Kurs für das nächste Jahr fest. Bundessekretär Rafael Kandziora, Bundesvorsitzende Andrea Karl, der Geistliche Begleiter Christoph Holbein und die Bundeskoordinatorin Nord-Ost Angelique Lindner legten Rechenschaft über die Aktivitäten, Veranstaltungen und die Finanzen des vergangenen Jahres ab. Der Geistliche Begleiter Christoph Holbein wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Neu gewählt wurde Carolin Moch aus der Diözese Freiburg zur Bundeskoordinatorin Süd-West. Aus der Diözese Passau wurde Sebastian Beyer in den Wahlausschuss gewählt. Moderiert wurde der Leitungsrat von dem Passauer Simon Fischer. Dieser war sechs Jahre CAJ-Diözesanleiter in Passau, Delegierter auf dem Leitungsrat und ist somit sehr erfahren auf Bundesebene.

Den Anträgen zur Fortführung der Praktiker Netzspinner, Geschichtsliederbuch und Weltnah wurde einstimmig zugestimmt. Ein Praktiker ist eine Arbeitsgruppe, in der sich CAJler*innen aus verschiedenen Diözesen zusammenschließen, um sich einer spezifischen Aufgabe anzunehmen. Der Praktiker Weltnah pflegt intensive Beziehungen zu den CAJler*innen in anderen Ländern. Der Praktiker Netzspinner überarbeitet gerade die Homepage und der Praktiker Geschichtsliederbuch hat zum Leitungsrat bereits die vorläufige Version des Geschichtsliederbuches mitgebracht. Sprecherin Jasmin Klein (Diözese Augsburg) bat die CAJler*innen diese mit nach Hause zu nehmen und ihr Verbesserungsvorschläge mitzuteilen, damit dieses baldmöglichst in Druck gehen kann.

Ebenfalls fortgeführt wird die Aktion „fair statt prekär“. Dazu wurde bereits ein Positionspapier veröffentlicht, in der sich die CAJler*innen argumentativ mit prekären Arbeitssituationen auseinandersetzten. Der Praktiker möchte dabei nach dem CAJ-Motto „Sehen - Urteilen - Handeln“ vorgehen, das bereits der CAJ-Gründer Joseph Cardijn geprägt hat. „Damit ist der Sehen-Prozess abgeschlossen“, sagte Bundessekretär Rafael Kandziora. Im nächsten Schritt wird ein Aktionsplan mit Verbesserungsvorschlägen erarbeitet, um anschließend Aktionen und Veranstaltungen planen zu können, mit denen sich die CAJ in der Öffentlichkeit Gehör verschaffen will, um auf die prekären Arbeitsbedingungen vieler Menschen aufmerksam zu machen.

Kontrovers diskutiert wurde die Einführung des neuen Praktikers Bildung. Da die Bildungspolitik im Kompetenzbereich der Bundesländer liegt, gibt es viele Unterschiede, wodurch Schüler in unterschiedlichen Bundesländern oft ungleich behandelt werden. „Auf diesem Feld tut sich gerade einiges“, sagte Marta Mainka, Lehrerin und Delegierte der Diözese Hamburg. Sie sprach die Kultusministerkonferenz an, auf der sich die Bundesländer zunehmend zu gleichen Standards verständigen. Die Delegierten der Diözesen Osnabrück und Paderborn wollen diesen Prozess unterstützten und stellten den Antrag zur Einrichtung des Praktikers. Sie wollen eine einheitliche Position für die CAJ Deutschland erarbeiten und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. Dem Antrag zur Einrichtung dieses Praktikers wurde zugestimmt, wobei sich die Delegierten aus Passau und Essen enthielten. Ihnen war die Zielsetzung des Praktikers noch nicht konkret genug.

Bischof Stefan Oster feierte Gottesdienst mit CAJler*innen aus ganz Deutschland

Umringt von Arbeiterrosen (roten Nelken) und Teelichtern, die in der ganzen Kapelle verteilt waren, zog Bischof Stefan Oster gemeinsam mit dem Passauer CAJ-Kaplan Benedikt Oswald dort ein. Es war ein besonderer Gottesdienst für die CAJler*innen, denn Bischof Stefan Oster ist nicht nur der Bischof der gastgebenden Diözese, sondern auch Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz. Zu Beginn trugen die CAJler*innen die Geschichte von Christiane aus Bolivien vor, die durch viele Schicksalsschläge den Boden unter den Füßen verlor. Bischof Stefan Oster griff diese Geschichte immer wieder auf und schilderte ähnliche Erfahrungen von Menschen, die mit ihren Sorgen zu ihm gekommen waren. Für die CAJler*innen solle Jesus der Boden sein, der ihnen Halt gibt. Die CAJ als christlicher Jugendverband und als Gemeinschaft gebe Jugendlichen Halt in schwierigen Lebensphasen. „Denn der Boden, auf dem ihr CAJler steht, ist Jesus. Und diese Basis kann euch niemand nehmen“, sagte Bischof Oster in seiner Predigt. Anschließend nahm sich der Bischof bei einem gemeinsamen Essen noch Zeit, um sich mit den CAJler*innen aus ganz Deutschland auszutauschen. Er interessierte sich sehr für die vielen Aktionen der CAJ auf Bundesebene und in der Diözese Passau.

Text: Andrea Neumeier
Bilder: Andrea Neumeier/CAJ

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