Die CAJ ist international!

Von Frederike Kruse

Fünf CAJlerInnen aus Deutschland waren, vom 19. bis 21. September in Brüssel beim Internationalen Austauschtreffen. Wie jedes Jahr waren CAJlerInnen aus der ganzen Welt anwesend:

Vertreter der CAJ Afrika, ASPAC (Asien-Pazifik), Amerika und Europa haben sich im schmalen aber hohen Haus des Internationalen Sekretariat in Brüssel, Schaerbeek getroffen. Für die CAJ Deutschland mit dabei waren Esther, Vitali und Rike (CAJ Essen), Kathi (CAJ Osnabrück und Ausbreitungsreferentin in Berlin) und Tetyana (CAJ Aachen). Dieses Jahr gab es aber noch eine Besonderheit: nicht nur die Delegierten der einzelnen Kontinente waren vertreten, sondern alle CAJ-Länder der Welt waren eingeladen einen Delegierten zu entsenden.

Und was haben wir beim Austauschtreffen gemacht?

Alle zusammen

In Kleingruppen wurde die KAJ Flandern und die CAJ Wallonien besucht. Diese Regionalgruppen haben vorgestellt wie sie die CAJ gestalten:

Die erste Gruppe wurde von KAJ Oostende am Bahnhof begrüßt – und es herrschte sofort CAJ-Atmosphäre. Im Jugendhaus der Stadt wurden dann drei Aktionen aus verschiedenen Kontinenten vorgestellt und darüber diskutiert. Dabei stellten wir fest, wie ähnlich manche Probleme doch sind, ob in Belgien oder Peru! Die KAJ Oostende befasst sich mit dem Thema der prekären Arbeit, insbesondere der Leiharbeit. Stark beeindruckt hat uns alle die Geschichte der Leiharbeitsfirma in Oostende. In deren Schaufenster hängen haufenweise Stellenausschreibungen, die nicht existieren, sondern nur die Jugendlichen anlocken sollen. Die Stellen, die von der Firma dann vermittelt werden, ähneln den ausbeuterischen Tagelöhnerarbeiten von „Anno-dazu-mal“, wie Tetyana aus Aachen bemerkte. Jugendliche werden in Stellen vermittelt, die auf einen (!) Tag befristet sind und müssen zu jeder Zeit, oft innerhalb von Stunden abrufbereit sein. Während des Austausches führte die KAJ Oostende uns zu Orten in der Stadt, an denen sie schon Aktionen gemacht hatten – wie zum Beispiel einer Zeitarbeitsfirma am Hafen. So kam auch das Sight Seeing nicht zu kurz!

Die KAJ Roeselar hat ein Videoprojekt zum Thema „Scheidungskind“ ins Leben gerufen. Klingt banal? Wusstet ihr, dass in Belgien jede vierte Familie geschieden ist? Die zweite Gruppe des CAJ Austauschs hat bei Baguette und Kaffee die Aktion der KAJ Roeselar reflektiert. Anders als bei der Familiengründung gibt es nach der Trennung keine Anlaufstellen, Regeln oder Gesetze, so dass dieses Lebensereignis oft negative finanzielle, soziale und psychische Auswirkungen auf die Familie und die Kinder bzw. Jugendlichen hat. Die Jugendlichen in der KAJ Roeselar leben selber in dieser Situation und wollen sie ändern! „Wir sind nicht gegen die Scheidung und wollen auch nicht, dass die Jugendlichen gegen ihre Eltern kämpfen“, sagt Mads aus der KAJ Roeselar. „Wichtig ist uns die Situation der Jugendlichen, die wollen wir verbessern. Damit sie sich, egal in welcher Familienstruktur – geschieden oder nicht –, gut fühlen.“

Und nicht nur in Belgien ist das Thema aktuell: Nanang aus Indonesien berichtete, dass sich auch in seinem Land sehr viele Familien trennen. Die Arbeitszeiten und der Stress auf der Arbeit sorgen dafür, dass auch Probleme zuhause, in der Familie entstehen. Es ist nicht genügend Zeit für die Kommunikation in der Familie da, man lebt sich aus einander. Meiry aus Guatemala bemerkt: „Vielleicht müsst ihr auch in Belgien überlegen, was es für Gründe für den Streit in der Familie gibt. Wie wirkt sich das Arbeitsleben auf die Familie aus und was sind die Folgen für die jungen ArbeiterInnen?“ Hier kommt das A der CAJ wieder ins Spiel. Die CAJ bewirkt Veränderungen auf mehreren Ebenen – persönlich, in der Familie, in der Gesellschaft und international! Die CAJ ist eben international!!!

Insgesamt verlebten wir ein äußerst intensives, inhaltlich anspruchsvolles Wochenende – bei dem aber auch die Zeit blieb, sich bei einem belgischen Bier noch besser kennenzulernen.

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