CAJler/innen übergeben „Dickste Bewerbungsmappe der Welt“ an Familienministerin von der Leyen

thumb CAJ von der LeyenStellvertretend für 1,5 Millionen Jugendliche ohne Ausbildungsplatz haben 14 CAJlerinnen und CAJler aus ganz Deutschland „am 1. Juli „Bundesjugendministerin“ Ursula von der Leyen die „Dickste Bewerbungsmappe der Welt“ überreicht. Diese nahm die Mappe im Namen der Bundesregierung aus den Händen der Ehrenamtlichen CAJ-Bundesvorsitzenden Eva-Constanze Selk (24) sowie des 19 jährigen Mendit Ljatifi entgegen. 

Mendit war Teil einer dreiköpfigen Delegation der katholischen Jugendberufshilfeeinrichtung „Kurbel“ aus Oberhausen, die sich an der bundesweiten CAJ-Aktion „Bewerbung auf Zukunft – Absage ausgeschlossen“ beteiligt hatte.
Im Rahmen dieser Aktion schrieben Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet ihre individuelle „Bewerbung um einen Platz in unserer Gesellschaft“, um auf die Situation von benachteiligten Jugendlichen aufmerksam zu machen.  

CAJ-Bundessekretär Gregor Gierlich warnte dann auch bei der Übergabe der 2.000 Blatt starken Mappe vor einer weiteren Ausgrenzung von Jugendlichen. Für viele werde es immer schwerer, «ihren Platz in der Gesellschaft zu finden». Immer häufiger erlebten sich Jugendliche als Anhängsel; gerade junge Leute aus sozial schwachen Familien blieben auf der Strecke. Gierlich betonte, Jugendliche wollten gehört und als Gesprächspartner ernst genommen werden. 1,2 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren seien in Deutschland auf Hartz IV oder spezielle Fördermaßnahmen angewiesen. Auf ihre «Bewerbung auf einen Platz in der Gesellschaft» dürfe die Politik nicht mit Absagen reagieren, so Gierlich. Es gehe um Bewerbung auf Zukunft.

Die Übergabe der gut 30 cm dicken Bewerbungsmappe an Ministerin von der Leyen und die sehr plastische „Gesellschaftsaufstellung“ mit der Ministerin – waren der Höhepunkt von vier Tagen „Politik hautnah“, die die CAJler/innen und ihre Partner aus der „Kurbel Oberhausen“ und der „Don Bosco Schule Würzburg“ in Berlin verbrachten.

Dabei verstanden es die Jugendlichen einmal mehr gemeinsam in Aktion zu treten. Innerhalb weniger Minuten war das Konferenzzimmer des Ministeriums in eine freie Fläche umgewandelt, auf der die Jugendlichen die verschiedenen Rollen von jungen Menschen auf der Suche nach ihrem individuellen Platz in der Gesellschaft in Form eines Standbildes darstellten. Vom Jugendlichen mit ungesichertem Ausbildungsstatus über den Förderschüler und Azubi waren bis zum Studierenden oder der Akademikerin alle Gruppen vertreten.

Ministerin von der Leyen bedankte sich ausdrücklich für die gelungene Aktion des CAJ Bundesverbandes und lobte das ehrenamtliche Engagement der CAJ. Der Gedanke von der Einzigartigkeit eines jeden Menschen sei «unverzichtbar in unserem Land». Man müsse Jugendlichen mit Problemen vermitteln, dass jeder Fähigkeiten und Begabungen besitze und «etwas kann».

"Dickste Bewerbungsmappe der Welt" geht an Jugendbischof Bode

Gruppenbild übergabe Mappe an BischofDer Ort war bewusst und passend ausgewählt: In der Zeche Carl (Essen) überreichte der Bundesverband der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) am 11. September, dem Vorsitzenden der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode die „dickste Bewerbungsmappe der Welt". Die rund 30 Zentimeter dicke Mappe mit dem Titel „Bewerbung auf Zukunft - Absage ausgeschlossen" ist das Ergebnis einer bundesweiten Aktion der CAJ, an der sich knapp 2.000 Jugendliche beteiligt haben.

„Wir sind stolz darauf, durch diese Aktion 2.000 jungen Menschen eine Plattform gegeben zu haben, wo sie ihre Fähigkeiten, Zukunftsideen und Forderungen ausdrücken konnten", betonte Eva-Constanze Selk, Bundesvorsitzende der CAJ bei der Eröffnung der Veranstaltung.

Mit der Aktion will die CAJ auf die schwierige Lage von knapp einer Million Jugendlichen aufmerksam machen, die als „Hilfebedürftig" gelten und von Hartz IV oder anderen Formen staatlicher Unterstützung leben müssen.

Bei der Übergabe der Bewerbungsmappe forderte die CAJ Bischof Bode und die Kirchen auf, noch mehr zur Verbesserung der Situation von Jugendlichen ohne Ausbildung zu tun. „Denn dass Millionen von Jugendlichen keinen Ausbildungsplatz haben, ist nicht nur ein wirtschaftliches Problem, sondern berührt auch die Kirche", so Selk. Zum einen hätten die christlichen Kirchen als zweitgrößter Arbeitgeber in diesem Land eine besondere Rolle in den Fragen von Ausbildung junger Menschen. „Zum anderen soll die Kirche Anwalt und Stimme derer sein, die am Rande unserer Gesellschaft stehen", so Selk weiter.

Bischof Bode zeigte sich beeindruckt von der Aktion und bedankte sich ausdrücklich für „das Zeichen", das mit der Mappe gesetzt wurde. Er sprach von der CAJ als Verband, „der mit klarem Profil und Zielgruppe wertvoller Teil der Kirche" ist und ermutigte sie,  weiterhin „Stachel im Fleisch unserer Kirche und Gesellschaft" zu bleiben.

Übergabe Mappe an Bischof Bode„Es darf in unserer Kirche nicht vorkommen, dass insbesondere junge Menschen keinen Platz in ihr finden. Dazu sind wir alle aufgefordert", so Bischof Bode im Hinblick auf das Standbild, das die anwesenden CAJlerInnen aus Essen, Münster sowie TeilnehmerInnen aus der Einrichtung der Jugendberufshilfe Kurbel (Oberhausen) bei der Übergabe der Mappe zu „Mein Platz in der Kirche" dargestellt haben.

Dafür zu sorgen, dass jeder junge Mensch, unabhängig von seiner familiären Herkunft, sozialen Status und Bildungsart seinen gebührenden Platz in unserer Kirche und in unserer Gesellschaft findet, ist eine Aufgabe aller; Kirchen und christlichen Jugendverbänden im besonderen Maße.

"Dickste Bewerbungsmappe der Welt" online

Doku CoverDie Dokumentation der Aktion "Bewerbung auf Zukunft - Absage ausgeschlossen!", aus der die "Dickste Bewerbungsmappe der Welt" hervorgegangen ist, ist nun auch hier als Download abrufbar:
[pdf] CAJ_BV_BaZ_Dokumentation.pdf

In der Dokumentation finden sich alle Informationen zur Kampagne: vom Anliegen und der Idee über die Übergabe an Ministerin von der Leyen und Jugendbischof Bode, bis zur Auswertung der Ergebnisse.

Die Broschüre liegt auch als Printversion vor und kann in der Geschäftsstelle kostenlos bestellt werden.

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