Neuer Bundesvorstand gewählt Leitungsrat der deutschen CAJ tagte vom 5.-7. November

Auf dem Leitungsrat der Christlichen Arbeiterjugend Deutschland e.V. wurden Sarah Prenger (24 Jahre) und Sven Husmann (27 Jahre) als neue Bundesvorsitzende gewählt. Stephen Makinya (43 Jahre) wurde in seinem Amt als Geistlicher Leiter bestätigt. Eva-Constanze Selk (25 Jahre) ist nun stellvertretende Bundesvorsitzende. Vom 5. bis 7. November tagte der Leitungsrat im Bildungshaus der KAB in Rahrbach. Dort trafen sich der CAJ Bundesvorstand, die Delegierten, die Bundesleitung der KAB und Gäste. Aus 14 Diözesanverbänden kam die Deligierten zusammen, um ihr Recht zur demokratischen Wahl nutzen. Nach Vorlage des Rechenschafts- und Finanzbericht wurde der Vorstand entlastet. Inhaltlich ging es dann mit den Berichten der Praktiker, also der Aktionsgruppen der CAJ Deutschland, weiter. Derzeit gibt es zwei dieser Gruppen und zwar „Weltnah/rr" und „Arbeit".

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Außerdem wurde das Thesenpapier „Die Bedeutung des „A" in der Christlichen Arbeiterjugend in Deutschland" einstimmig verabschiedet. Mitglieder aus verschiedenen Diözesanverbänden trafen sich in den vergangenen Monaten, um sich intensiv mit der Frage des Selbstverständnisses der CAJ, speziell mit dem Verständnis vom A im Namen CAJ, auseinander zu setzen. Anlass für die Gründung der CAJ durch Joseph Cardijn im Jahre 1925 war das Missverhältnis zwischen der gottgegebenen Würde des Menschen und der alltäglichen Entwürdigung junger Arbeiter. Gerade heute ist dieses Thema aktueller denn je. Ausgehend vom konkreten Leben der Mitglieder, wurden sechs Handlungsfelder beschrieben. Diese bilden die Grundlage für die Handlungsaufträge der CAJ und sollen damit zur Aktion gegen die Entwürdigung junger Menschen in der Arbeitswelt einladen.

Weiterer bedeutsamer Tagungspunkt war die Wahl zum ehrenamtlichen Bundesvorstand, sowie zur hauptamtlichen Geistlichen Verbandsleitung. Nach 4 Jahren Amtzeit verabschiedete die CAJ Alexander Franz als Bundesvorsitzenden. „Wie kaum jemand anderes prägte er den Verband mit unbedingtem Engagement und Begeisterung", so Gregor Gierlich, Bundessekretär der CAJ Deutschland. An seine Stelle tritt Sven Husmann, der von der Versammlung als neuer Bundesvorsitzender gewählt wurde. Als „Klebstoff zwischen den Diözesanverbänden" sieht er die Arbeit im Bundesverband. Der Einsatz für sozial benachteiligte Menschen und Frauen in prekären Lebens- und Arbeitssituationen liegen der neu gewählten Bundesvorsitzenden Sarah Prenger besonders am Herzen. Sie löst mit diesem Amt Eva-Constanze Selk ab, die ab jetzt stellvertretende Bundesvorsitzende ist. Ihre Steckenpferde sind die Vernetzung und Außendarstellung, außerdem ist ihr das „C" im Verband sehr wichtig. Einstimmig wurde Stephen Makinya im Amt als Geistlicher Leiter bestätigt. Er betonte, dass das Christliche in allen CAJ Bereichen spürbar sein soll und dass er sich dafür einsetze, das „C" genau so stark wie das „A" und das „J" im Verband zu gestalten.

Zudem wurde der Antrag zum sechsten Bundeskongress der deutschen CAJ beschlossen. Anlässlich des 65-jährigen Bestehens der CAJ Deutschland ist die Durchführung im Jahr 2012 geplant. Als Jugendverband mit dem besonderen Schwerpunkt auf Ausbildung und Arbeit nimmt die CAJ vermehrt schwierige Arbeitsverhältnisse und Leistungsdruck bei Jugendlichen war. Auf diesem Kongress sollen allen aktiven CAJlern die Möglichkeit gegeben werden, sich gründlich mit den Entwicklungen der Arbeitswelt auseinander zu setzen, Visionen von Leben, Arbeit und Gesellschaft zu entwickeln und sie öffentlich machen, und schließlich Handlungsoptionen für sich und den Verband zu erarbeiten. Der Kongress wird vom 13. bis 16. September 2012 stattfinden.

Insgesamt beurteilten der Vorstand sowie die Delegierten diesen Leitungsrat als positiv. Die Diskussionsfreudigkeit wurde allgemein geschätzt und lässt erkennen, dass die Mitglieder sich mit den Werten des Verbandes aktiv auseinandersetzen und motiviert sind ihre Ziele in die Tat umzusetzen

Internationale CAJ zu Gast in der Bundesgeschäftsstelle

20100318 1313 kleinAm 18. März empfing der CAJ-Bundesvorstand, vertreten durch Gregor Gierlich und Stephen Makinya einen hohen Besuch aus Brüssel: Bridget Rauch, Generalsekretärin der europäischen CAJ und Arlindo de Oliveira, Schatzmeister der internationalen CAJ, kamen zu einem Arbeitsgespräch in die Bundesstelle nach Essen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Austausch über die aktuellen Arbeitsschwerpunkte und allgemeine Situation der jeweiligen Ebenen.

So berichtete Arlindo von den Aktivitäten zur Umsetzung der Kampagne für soziale Sicherheit, die auf dem internationalen Weltrat 2008 als Schwerpunktthema für die gesamte internationale CAJ beschlossen wurde. Die Europäische CAJ befasse sich derzeit – so Bridget – mit prekären Arbeitsverhältnissen und ist stolz auf die Fortschritte bei den Neuaufbaubemühungen der CAJ in der Ukraine. Die Gäste regten an, Wege zu finden, um die internationale Kampagne für soziale Sicherheit mit dem CAJ-Jahresschwerpunkt „berufliche Perspektiven Jugendlicher“ zu verknüpfen.

Neben dem inhaltlichen Schwerpunkt berichtete Arlindo von der Wiederaufnahme des Dialogs zwischen der ICAJ und CIJOC. In den 80er Jahren kam es leider zu einer Spaltung der internationalen CAJ, welche zur Gründung einer zweiten internationalen Koordi¬nationsstruktur (CIJOC) mit Sitz in Rom führte. Nach siebenjähriger Funkstille trafen sich nun die Leitungen beider Sekretariate vom 16.-17. Februar 2010 zu einem Austausch in Brüssel und vereinbarten ein weiteres Treffen im kommenden Jahr. Weitere Themen betrafen den Austausch über die finanzielle Situation der jeweiligen Ebenen. Bridget und Arlindo bedankten sich ausdrücklich für den finanziellen Beitrag, mit dem die CAJ Deutschland die Arbeit der internationalen CAJ unterstützt. Zugleich bestand bei allen Gesprächspartnern Übereinstimmung darüber, dass die langfristige finanzielle Absicherung der Strukturen der CAJ (Regional, Diözesan und International) eine ernsthafte Herausforderung für die gesamte Bewegung darstellt. Auf allen Ebenen ist ein Rückgang der öffentlichen, kirchlichen und privaten Zuschüsse zu verzeichnen, während die Ausgaben (z.B. Personalkosten) stetig steigen. Hierfür sind innovative Ideen von Nöten, wie z.B. die Mitglieder stärker als bislang die Koordinationsarbeit der Verantwortlichen auf verschiedenen Ebenen finanziell unterstützen könnte. Eine Idee dazu wäre z.B. die Wiederbelebung der Tradition der Internationalen Woche, in der die Mitglieder gezielte Aktivitäten zur Unterstützung der Internationalen CAJ durchführen. Für die Zukunft vereinbarten die Gäste mit dem Bundesvorstand eine stärkere und engere Zusammenarbeit, um die internationale Ebene erlebbarer zu machen. So werden etwa die Internationale CAJ dem Bundesverband regelmäßig Informationen über Aktivitäten und Aktionen von CAJlerInnen aus anderen Ländern zur Verfügung stellen. Der Bundesverband prüft seinerseits die Möglichkeit, das Treffen der Mitglieder des internationalen Teams aus allen Kontinenten im Jahr 2011 auszurichten, um u.a. Begegnung mit den CAJlerInnen zu ermöglichen.

Im Anschluss an das Treffen übergaben Gregor und Stephen der Leitung der internationalen CAJ 2.100 Euro, die CAJlerInnen, Diözesanverbände und der Bundesverband für die CAJ-Haiti gespendet haben. Im Namen der CAJ-Haiti bedankte sich Arlindo ausdrücklich bei allen Spenderinnen und Spendern für ihr Zeichen der Solidarität und versicherte die zweckmäßige Verwendung der Spende. Dazu – so Arlindo – habe die kontinentale Leitung der lateinamerikanischen CAJ gemeinsam mit der CAJ-Haiti ein Team gebildet, das die Bedarfslage in Haiti analysiert und effizienten Einsatz der Spenden koordiniert. Der Wiederaufbau des vom Erdbeben zerstörten Nationalbüros der CAJ-Haiti gehört zu den Einsatzprioritäten für die Spenden.

Vom Feiern und vom Kopfschmerz - Zur aktuellen Situation auf dem Lehrstellenmarkt

Jetzt feiern sie wieder. „Die Aussichten für Jugendliche bei der Lehrstellensuche sind glänzend“, so der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages Ludwig Georg Braun in der „Bild“-Zeitung. Zu Beginn des kommenden Ausbildungsjahres wird es nach seiner Ansicht wieder mehr Ausbildungsplätze als Bewerber geben.

So erfreulich die Verbesserung auf dem Lehrstellenmarkt ist; die reale Situation für Hunderttausende Jugendliche ist eine andere:

Im März 2008 kamen auf 100 Bewerber 79 Ausbildungsplätze. Während das Bundesverfassungsgericht bereits 1980 urteilte, dass ein ausreichendes Angebot an betrieblichen Angeboten bei den Arbeitgebern liegt, bilden derzeit nur 24 % aller Betriebe aus. Die meisten Ausbildungsplätze, die 2007 zusätzlich angeboten wurden, waren hingegen staatlich finanzierte außerbetriebliche Ausbildungen.

Möglicherweise hat der DIHK-Präsident aber auch einfach die 385.00 Altbewerber „vergessen“, die seit über einen Jahr einen Ausbildungsplatz suchen und in unterschiedlichen Maßnahmen eine Warteschleife drehen. Ihr Anteil an der Gesamtbewerberzahl lag 2007 bei 52%; statistisch gesehen gelten sie jedoch nicht mehr als Ausbildungsplatz suchend, sobald sie in einer Maßnahme fitt gemacht werden sollen für eine Ausbildung...

Dafür werden sie dann aber schnell pauschal als „ausbildungsunfähig“ abgestempelt.

Kopfschmerzen bereitet mir die Tatsache, dass ca. 1,5 Millionen Menschen unter 25 Jahren in der Bundesrepublik über keinen Ausbildungsabschluss verfügen. Sind sie wirklich alle „ausbildungsunfähig“?

„Glänzende Aussichten“ haben in diesem Land vor allem die Besserverdienenden und Hochqualifizierten. Auf der Strecke bleiben Haupt- und Förderschüler/innen.
Als CAJler/innen glauben wir aus unserem christlichen Grundverständnis heraus, dass jeder junge Mensch „mehr Wert ist als alles Gold dieser Erde, weil er Sohn oder Tochter Gottes ist.“ (Joseph Kardinal Cardijn), und leiten daraus das Recht jedes jungen Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe ab. Ohne berufliche Ausbildung aber werden die Chancen junger Menschen auf ein „Leben in Fülle“ und Würde drastisch reduziert. Deshalb unterstützen wir das Anliegen der Initiative „Ausbildung für alle“, mit der Jugendliche aus ganz Deutschland ein Grundrecht auf Ausbildung und einen finanziellen Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben fordern (www.ausbildung-fuer-alle.de).

Bis es aber soweit ist, dass jeder junge Mensch einen passenden Ausbildungsplatz angeboten bekommt, sollten wir das Wort „ausbildungsunfähig“ aus unserem Sprachgebrauch streichen oder es alternativ zum Unwort des Jahres küren.

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Termine

Fr, 19.06.20 - So, 21.06.20 Fair statt prekär: Gesamtgesellschaftliche Finanzierung in Norddeich
Fr, 26.06.20 - So, 28.06.20 Vorkämpfer*innenschulung: CAJ Basics in Mainz, Jugendhaus Don Bosco
Do, 17.09.20 - So, 20.09.20 Bundesaktionstage in
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