Praktiker Weltnah - Bericht vom Wochenende in Osnabrück

Foto Weltnah Oktober 2016

Wir, die Mitglieder des Praktiker Weltnah, beschäftigen uns mit dem Thema Flucht und Migration und deren Auswirkung auf die Lebensrealitäten junger Menschen in Deutschland. Dabei ist es uns wichtig, direkt und persönlich zu erfahren, vor welchen Herausforderungen sie stehen und was bspw. Änderungen in Gesetzen für sie bedeutet. Wir reden gemeinsam darüber, wie sie und wir uns dabei fühlen. Wir möchten Solidarität zeigen und ein Gemeinschaftsgefühl verbreiten.

Wir haben wieder gemeinsam ein sehr abwechslungsreiches Wochenende verbracht. Es waren wieder viele bekannte Gesichter dabei, aber auch neue Interessierte gesellten sich zu uns. Viele der Teilnehmer/innen kamen aus dem direkten Umkreis (Osnabrück, Münster), sodass nur die Hamburger und Berliner eine weitere Anreise hatten.

Nach dem wirklich leckeren Abendessen, das sogar noch die Nachzügler um 19.30 Uhr bekamen, ging es erst mal darum, sich kennen zu lernen. Nachdem das Programm beendet war, setzten wir uns noch mit Getränk und Naschereien zusammen. Der Klassiker „Werwolf“ entfachte bei allen große Begeisterung. Auch das afghanische „putsch putsch“ entpuppte sich in seiner Einfachheit als super Stimmungsaufheizer (bei den Gewinnern ;) ).

Für die ROLWA am nächsten Morgen war diese bereits gewonnene Vertrautheit ein großer Pluspunkt. ROLWA oder auch Révision de vie ist eine bewährte Methode der CAJ. Mithilfe der Schritte SEHEN-URTEILEN-HANDELN arbeitet man gemeinsam an diesen und weiteren Fragen: Vor welchen Herausforderungen stehen wir? Welche Ursachen hat dies? Wie können wir dies mit unseren Werten vereinbaren? Was können wir tun, um dies zu verändern? Viele der TeilnehmerInnen konnten sich darauf einlassen und erzählten in Kleingruppen über sich und ihren Weg, vor welchen Hürden sie stehen und was sie am meisten beschäftigt. Gemeinsam reflektierten wir dies und versuchten uns gegenseitig Hilfestellungen zu geben. Darüber hinaus thematisierten wir dabei, was der Praktiker für jede/n einzelne/n bedeute und welche Wünsche und Vorstellungen sie/er für die nächste Zeit habe. Am nächsten Tag trugen wir die angesprochenen Themen zusammen und gewannen einen Überblick über Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Auch ist klar geworden, dass der gemeinsame Austausch in Form von ROLWA das Herzstück des Praktiker Weltnahs und somit jeder/m wichtig ist. Zudem möchten alle gerne an unserer Ausstellung Eine/r von uns weiter arbeiten. Einige sind bereits Teil, andere kennen sie noch gar nicht. Dies möchten wir gerne zusammenbringen.

Das Chaos-Spiel am Samstagnachmittag stellte alle vor eine große Herausforderung, weil Sabine sich, als Mitglied einer Großfamilie und erfahrene Ostereier-Versteckerin, zu große Mühe gab, gute Verstecke für die Bildchen zu finden. Somit endete das Spiel nach 1,5 Stunden intensiver Suche auf 3 Etagen bei Nummer 15 von 30 und allgemeiner Ernüchterung. Fazit: Ein Spiel, was alle gerne wieder machen möchten! Aber nur, wenn nicht Sabine versteckt :D

Dies wird vermutlich nun auch Melanie Diekmann übernehmen, da Sabine ihr Amt als Praktikersprecherin abgelegt hat. Melanie möchte dies als „Schnupper-Sprecherin“ für das nächste Wochenende gemeinsam mit Josef machen, da sie das erste Mal dabei war. Sie ist aber sehr motiviert, danke Melanie!

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Zeitschrift Salzkörner berichtet über den Praktiker Weltna(h)rr

Unter dem Titel "Eine/r von uns" findest du auf Seite 3 der Oktober-Ausgabe der Salzkörner einen Bericht über die Arbeit des Praktikers Weltna(h)rrs, einer bundesweiten Aktionsgruppe der CAJ. Katharina Tradt und Michael Herkendell stellen lebendig und präzise dar, auf welche Situation der Praktiker reagiert, was seine Anliegen sind und wie er arbeitet. Wer etwas über den Praktiker Weltna(h)rr erfahren möchte oder sich für das Thema Flucht interessiert, dem sei der Artikel wärmstens empfohlen.

Das Heft wird in Kürze hier zum Download bereits stehen.

Eröffnung der Ausstellung „Eine/r von uns“ zum Leben mit und ohne Duldung in Deutschland – 20.8. in Sögel

Wo?      Im Marstall Clemenswerth, Clemenswerth 1, 49751 Sögel

Wann? Am 20. August 2015 um 19 Uhr (Eröffnung)

Am 20. August eröffnet die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) in Sögel ihre Ausstellung „Eine/r von uns“. Die Ausstellung stellt die Situation und die Wünsche der jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in den Mittelpunkt. „Wir haben die gleichen Wünsche und wollen uns ein gutes Leben aufbauen.“, so Sebastian Cichos, einer der Initiatoren der Ausstellung. Junge Menschen mit und ohne Duldungsstatus haben gemeinsam ihre Lebensrealitäten und Vorstellungen eines guten Lebens reflektiert. Die Konzeption und Erstellung der Ausstellung wurde selbst in die Hand genommen Dazu Christoph Holbein, Geistlicher Leiter der CAJ Deutschland: „Gerade inmitten der aufgeheizten politischen Diskussion um Geflüchtete setzen wir ein Zeichen: Wir leben solidarisch miteinander.“

Jafar, 21: „Die Duldung hängt die ganze Zeit wie ein rotes Schild über mir, auf dem „STOP“ steht.“ In Deutschland leben viele Menschen mit einem ungesicherten Aufenthaltstitel. Ungesicherter bedeutet hier sie können jeder Zeit abgeschoben werden. Kommt heute die Polizei oder morgen?  

Mit dieser ständig präsenten Angst leben viele junge Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land. Sie wollen Deutsch lernen, sie wollen arbeiten aber die Papiere hindern sie daran. Denn sie sind nur geduldet. Arbeitgeber stellen die häufig gut ausgebildeten jungen Menschen nicht ein. Grund ist die Gefahr, dass der Auszubildende am nächsten Tag schon von der Polizei abgeschoben wurde.

Die Ausstellung wird am 20. August um 19:00 Uhr eröffnet und wird dann in den Räumen des Marstall Clemenswerth bis 10. September ausgestellt. Weitere Informationen unter Facebook:

https://www.facebook.com/pages/Einer-von-uns/1115945508420728

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